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Trinkwasser – Einhaltung der Hygiene auch in Kleingärten

Wie wichtig gutes Trinkwasser für unsere Gesundheit ist, ist uns oft gar nicht bewusst.

Das in Essen bereitgestellte Trinkwasser wird vom Labor des Wasserversorgers regelmäßig überprüft und entspricht voll und ganz den gesetzlichen Anforderungen der Trinkwasserverordnung.
Unsere Leitungssysteme sind gut ausgebaut und wir sind daran gewöhnt, dass aus jedem Wasserhahn Trinkwasser fließt.
Damit die Qualität des Trinkwassers nicht innerhalb der Trinkwasserinstallation negativ beeinflusst wird, müssen bei der Erstellung, dem Betrieb und der Instandhaltung der Trinkwasser-Installationen Fachbetriebe beauftragt und die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden.
Doch wenn Wasser längere Zeit nicht fließt, sagt man, es "stagniert". Stagnationswasser ist in etwa vergleichbar mit einem Lebensmittel dessen Verfallsdatum abgelaufen ist. Es ist zwar nicht zwangsläufig nachteilig verändert, doch nachteilige Veränderungen sind nicht immer unmittelbar wahrzunehmen.
Stagniert Wasser in der Leitung, kann es Inhaltsstoffe des Materials der Leitungsrohre und metallische Korrosionsprodukte aufnehmen. Dadurch verschlechtert sich unter Umständen innerhalb weniger Stunden die Qualität des Trinkwassers. Nach etwas längerer Zeit können sich auch mikrobielle Einflüsse aus Biofilmen (Systembedingte Ansiedlungen und Stoffwechselprodukte gesundheitlich harmloser Bakterien auf den Innenflächen der Leitungsrohre) oder aus schwach durchströmten Winkeln des Verteilungsnetzes nachteilig bemerkbar machen. Das Trinkwasser verkeimt.
All dies gilt auch im Hinblick auf Einflüsse aus der Trinkwasser-Installation.
Während längerer Stagnationszeiten bei mehr als 20°C können in ihr Pilze und Bakterien wachsen, deren Ausscheidungen sich an den Wasserentnahmestellen dann zu unschönen, schleimigen Belägen verdichten.
Je öfter und regelmäßiger an allen Entnahmestellen Wasser entnommen wird, desto zuverlässiger erhält der Nutzer ein gesundheitlich, hygienisch und ästhetisch einwandfreies Trinkwasser.

Grundsätzlich gilt: Stagnation des Trinkwassers vermeiden!!!

Vielleicht stellen Sie sich die Frage, warum dieser Artikel in Ihrer Zeitschrift veröffentlicht wird.
Die meisten Kleingartenanlagen in Essen sind an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen und haben eine Entnahmestelle in jeder Gartenparzelle. Die Leitungswege von dem Anschluss der der Stadtwerke-Rohrleitung bis in dem jeweiligen Zapfhahn im Kleingarten sind daher oft sehr lang.
Üblicherweise werden die Gärten nur saisonal genutzt. Das Trinkwasser wird nur zur Zeit der Vegetationsperiode und dann oft nur an bestimmten Tagen, zu verschiedenen Zeiten und zu verschiedenen Zwecken entnommen. Es kommt also immer wieder zu mehr oder weniger langen Stagnationszeiten und ggf. zu einer wie oben beschriebenen Beeinflussung der Trinkwasserqualität.

Um einer möglichen Qualitätseinbuße und Verkeimung vorzubeugen, empfiehlt das Gesundheitsamt Essen, Trinkwasser, das mehr als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken zu verwenden.

Lassen Sie das Wasser erst einmal für einige Zeit ablaufen. Das Wasser können Sie in Behältern auffangen und z. B. zum Bewässern Ihrer Pflanzen verwenden.

Das nachfließende frische Wasser erkennen Sie daran, dass es etwas kühler aus der Leitung kommt als das Stagnationswasser. Verwenden Sie für alle Lebensmittelzwecke nur dieses frische, etwas kühlere Wasser.
Vielleicht haben Sie in Ihrem Garten einen Brunnen zur Förderung von Grundwasser und bewässern damit Ihre Gemüse- und Obstpflanzen. Insbesondere wenn Ihr Brunnen nicht tief genug ist und Sie Grundwasser aus den oberen Schichten fördern – hier spricht man auch von nicht gut geschützten Grundwasserleitern -, kann das Wasser bakteriell verunreinigt sein. Es besteht ein Infektionsrisiko.

Dies gilt im Besonderen auch bei Verwendung von Fluss- oder Bachwasser zur Bewässerung des Gartens. Hier sollten Sie besonders darauf achten, dass Sie vor dem Verzehr der Nahrungsmittel aus dem Garten gründlich mit Trinkwasser reinigen.
Haben Sie zur hygienisch einwandfreien Entsorgung des anfallenden Abwassers einen Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgung?

Die meisten Kleingartenanlagen in Essen sind an die öffentliche Abwasserentsorgung angeschlossen. Sollten Sie noch Abwasser in einer Grube sammeln, so ist hier besonders darauf zu achten, dass die Grube nicht im Einflussbereich des Gartenbrunnens liegt.

Haben Sie noch keinen Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgung, so sollten Sie dies zu Ihrem Schutz und aus Gründen des Umweltschutzes nachholen.

 

Es grüßt: Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene des Gesundheitsamtes Essen

Thema Strom: Leitungsrecht und Sicherheit